{"id":1303,"date":"2022-12-06T00:00:00","date_gmt":"2022-12-05T23:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.wackler-group.de\/holding\/wissen-hub\/jetzt-die-weichen-fuer-eine-lebensfoerdernde-zukunft-stellen\/"},"modified":"2026-08-18T14:24:33","modified_gmt":"2026-08-18T14:24:33","slug":"jetzt-die-weichen-fuer-eine-lebensfoerdernde-zukunft-stellen","status":"publish","type":"news","link":"https:\/\/www.wackler-group.de\/holding\/wissen-hub\/jetzt-die-weichen-fuer-eine-lebensfoerdernde-zukunft-stellen\/","title":{"rendered":"Jetzt die Weichen f\u00fcr eine lebensf\u00f6rdernde Zukunft stellen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die <a href=\"https:\/\/clubofrome.de\/members\/peter-blenke\/\" rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\">Deutsche Gesellschaft Club of Rome<\/a> (COR) hat j\u00fcngst Peter Blenke zu ihrem neuen Mitglied berufen.&nbsp;<\/strong><strong>Dr. Christian Reisinger, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der ConClimate GmbH, sprach mit dem Vorstand\/CEO \u00fcber seine neue Aufgabe und seine Sicht auf die aktuelle wirtschaftliche Situation und deren Auswirkungen auf die Klimapolitik Deutschlands.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"467\" src=\"https:\/\/www.wackler-group.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/csm_Interview_Blenke_Reisinger_Club_of_Rome_cca5d9e8f4.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2055\" srcset=\"https:\/\/www.wackler-group.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/csm_Interview_Blenke_Reisinger_Club_of_Rome_cca5d9e8f4.jpg 700w, https:\/\/www.wackler-group.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/csm_Interview_Blenke_Reisinger_Club_of_Rome_cca5d9e8f4-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.wackler-group.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/csm_Interview_Blenke_Reisinger_Club_of_Rome_cca5d9e8f4-664x443.jpg 664w, https:\/\/www.wackler-group.de\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/csm_Interview_Blenke_Reisinger_Club_of_Rome_cca5d9e8f4-652x436.jpg 652w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<figcaption>\n\t\t\tDr. Christian Reisinger (rechts), Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der ConClimate GmbH, im Gespr\u00e4ch mit Peter Blenke, Vorstand\/CEO der Wackler Holding SE, anl\u00e4sslich seiner neuen Mitgliedschaft in der Deutschen Gesellschaft Club of Rome (COR).<br>\n\t\t<\/figcaption>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Christian Reisinger:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Herr Blenke \u2013 Sie sind seit 2020 assoziiertes Mitglied in der Deutschen Gesellschaft Club of Rome \u2013 kurz COR. Sie ist Teil einer international agierenden, gemeinn\u00fctzigen Organisation, die sich f\u00fcr eine nachhaltige Zukunft der Menschheit einsetzt. Nun wurden Sie in den Kreis ihrer Mitglieder berufen und stehen damit in einer Reihe mit vielen anderen Pers\u00f6nlichkeiten, die sich im Themenfeld Nachhaltigkeit und Klimaschutz als Experten verdient gemacht haben, wie etwa Claudia Kemfert, Eckart von Hirschhausen, Franz-Josef Radermacher oder Ernst Ulrich von Weizs\u00e4cker und nat\u00fcrlich COR-Pr\u00e4sident Mojib Latif. Meinen herzlichen Gl\u00fcckwunsch hierzu! Was motiviert Sie, diese Aufgabe zu \u00fcbernehmen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Peter Blenke:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Herzlichen Dank! Ja, diese Mitgliedschaft motiviert mich vor allem, meinen Teil dazu beizutragen, den Prozess des Wertewandels hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft zu f\u00f6rdern. Der Wertewandel wird zu Recht als Megatrend gesehen, der einen massiven \u2013 wenn nicht sogar disruptiven \u2013 Einfluss auf unsere Gesellschaft und speziell auch auf die Gesch\u00e4ftsmodelle von Unternehmen hat. Es ist un\u00fcbersehbar, dass die junge Generation Z \u2013 die heute Zwanzig- bis Drei\u00dfigj\u00e4hrigen \u2013 \u00fcber viele Themen v\u00f6llig anders denkt als die \u00c4lteren. Mein Eindruck ist, dass manche Unternehmen die Relevanz dieser Entwicklung in ihrer ganzen Dimension noch nicht verstanden haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders freue ich mich dar\u00fcber, dass ich mit Wissenschaftler*innen, Entscheidungstr\u00e4ger*innen und Vision\u00e4r*innen zusammenarbeiten kann, die sich mit ihrer jeweiligen individuellen Expertise f\u00fcr eine gemeinsame Idee einsetzen. Und nat\u00fcrlich ist es eine gro\u00dfe Ehre und Freude, Teil einer solchen Institution zu sein. Denn der Club of Rome hat in den letzten 50 Jahren die Debatte \u00fcber die nachhaltige Zukunft der Menschheit gepr\u00e4gt. Nicht zuletzt \u2013 bereits in den 1970er Jahren \u2013 durch seine wohl bekannteste Ver\u00f6ffentlichung \u201eDie Grenzen des Wachstums\u201c. Nat\u00fcrlich habe ich aber auch gro\u00dfen Respekt vor der Aufgabe, denn der Klimawandel wird uns vor immense Herausforderungen stellen. Daher sehe ich auch die gro\u00dfe Verantwortung, die mit einer Mitgliedschaft einhergeht \u2013 denn letztlich bleibt uns nicht viel Zeit, die Weichen f\u00fcr eine nachhaltige und lebensf\u00f6rdernde Zukunft zu stellen. Gemeinsam m\u00fcssen wir alles tun, um die Folgen der Klimakrise m\u00f6glichst gering zu halten!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Christian Reisinger:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>An Herausforderungen mangelt es aktuell keineswegs \u2013 wir leben in einer Zeit, in der sich mehrere Krisen \u00fcberlappen: Die Pandemie, die mittlerweile Routine geworden ist, die weltpolitische Krise, die durch den Angriffskrieg in der Ukraine entstanden ist, und die daraus hervorgegangene Energiekrise. Und nicht zuletzt die Klimakrise, die uns durch immer extremer werdende Wetterph\u00e4nomene schneller einzuholen scheint, als viele erwartet haben. Was ist Ihrer Meinung nach gerade das dringendste Problem?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Peter Blenke:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das l\u00e4sst sich so einfach nicht beantworten. Nach wie vor ist die Klimakrise sicher eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen der Menschheit \u2013 vorausgesetzt nat\u00fcrlich, die aktuelle Lage mit Blick auf Russland und die Entwicklung im Ukraine-Krieg spitzen sich nicht weiter zu. Die Energiekrise ist aber ganz klar die elementarste Herausforderung, die wir in k\u00fcrzester Zeit meistern m\u00fcssen. Deutschland rutscht in eine Rezession, die Inflation ist auf dem h\u00f6chsten Stand seit 70 Jahren. Wir m\u00fcssen schnell das \u00dcberleben unserer Industrie und generell der Wirtschaft sicherstellen, auch, um die politische Stabilit\u00e4t in unserem Land aufrecht zu erhalten. Denn die Folgen der Energiekrise k\u00f6nnten der radikalen Querdenker-Szene neuen Auftrieb geben und die Gesellschaft spalten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Christian Reisinger:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Viele Kritiker behaupten, dass unsere Energieprobleme hausgemacht sind. Statt konsequent auf den Ausbau einer diversifizierten Energiewirtschaft auf der Basis erneuerbarer Energien zu setzen, wurde St\u00fcckwerk betrieben. Zwar wurden Windr\u00e4der und Photovoltaik-Anlagen gebaut, gleichzeitig aber auch die Abh\u00e4ngigkeit von Erdgas als Energietr\u00e4ger bef\u00f6rdert. Was entgegnen Sie diesen Kritikern?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Peter Blenke:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier hat Deutschland meines Erachtens die letzten Jahre verschlafen. H\u00e4tten wir konsequent den Ausbau erneuerbarer Energien und alternativer Energiequellen gef\u00f6rdert, w\u00fcrde die Situation heute anders aussehen. Man hat aufs falsche Pferd gesetzt und sich in Energie-Abh\u00e4ngigkeiten begeben, die uns nun einholen. Aber man muss auch ber\u00fccksichtigen, was bis zum Ausbruch der Pandemie und des Krieges zentrale Werte unseres Wirtschaftssystems waren: Wachstum und gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliche Kosteneffizienz. W\u00e4hrend etwa Fragen zur Versorgungssicherheit und Resilienz weit in den Hintergrund getreten sind. Man hat dies schlichtweg als selbstverst\u00e4ndlich betrachtet. Nun haben uns die Krisen der vergangenen Jahre eines Besseren belehrt: Pl\u00f6tzlich sind Themen wie Krisensicherheit und politische Unabh\u00e4ngigkeit von gr\u00f6\u00dfter Relevanz \u2013 und leider m\u00fcssen wir in der aktuellen Lage sogar unsere Klimaziele f\u00fcr einen Moment zur\u00fcckstellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Christian Reisinger:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Was bedeuten die aktuellen politischen Entscheidungen denn in Bezug auf unsere Klimaziele?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Peter Blenke:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In unserer aktuellen Lage gehen kurzfristig schmutzige Kohlekraftwerke zur\u00fcck ans Netz, wenn auch nur f\u00fcr einen befristeten Zeitraum. Nat\u00fcrlich schafft es Zielkonflikte, dass wir jetzt auf Kohle setzen, einen Energietr\u00e4ger mit mehr als doppelt so hohen Emissionen pro Kilowattstunde, wie z.B. Erdgas. Das ist klimatechnisch nat\u00fcrlich nicht gew\u00fcnscht, kurzfristig jedoch leider alternativlos. Wenn wir Gl\u00fcck haben, lassen jedoch verst\u00e4rkte Energiespar-Anstrengungen unsere Gesamtemissionen an CO<sub>2<\/sub>&nbsp;am Ende nur leicht ansteigen. Der Weiterbetrieb unserer Atomkraftwerke bis in den April 2023 tr\u00e4gt nur bedingt zur Entspannung der Lage am Strommarkt bei. Denn die drei verbliebenen Meiler erzeugen lediglich sechs Prozent des Stroms in&nbsp;Deutschland. Daher werden wir nicht umhink\u00f6nnen, Strom aus Kernenergie und Kohleverstromung importieren zu m\u00fcssen, um unseren Bedarf zu decken. Und das wahrscheinlich \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum, denn die dringend notwendige Umstellung von Erdgas auf alternative Energietr\u00e4ger \u2013 oder generell der Ausstieg aus den fossilen Energien \u2013 wird, gemessen an den bestehenden Strukturen, lange dauern. Auch dies ist aus Sicht des Klimaschutzes ein Unding. Um unser neues Klimaziel, den Anteil von 80 Prozent erneuerbarem Strom bis 2030, zu erreichen, m\u00fcssten j\u00e4hrlich 1.500 bis 2.000 Windkraftanlagen gebaut werden. Fehlende&nbsp;genehmigte Fl\u00e4chen und langwierige Verfahren stehen dem im Wege. Der akute Fachkr\u00e4ftemangel bremst zudem die Energiewende aus. Der Ausbau der erneuerbaren Energien, wie auch der Stromnetze muss deutlich schneller gehen. B\u00fcrokratische H\u00fcrden m\u00fcssen jetzt schnell aus dem Weg ger\u00e4umt werden. Aber, auch beim Ausbau anderer, alternativer Energiequellen m\u00fcssen wir uns viel breiter aufstellen, viel diverser werden. Je mehr M\u00f6glichkeiten erschlossen werden, desto resilienter werden wir in Fragen der Energie k\u00fcnftig sein. Hier bedarf es grunds\u00e4tzlich der Reduzierung von Regularien und der F\u00f6rderung neuer innovativer Ideen \u2013 je mehr Wettbewerb, desto besser.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Christian Reisinger:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Was haben unsere aktuellen Probleme mit dem Thema Nachhaltigkeit zu tun? Schlie\u00dflich hat der Club of Rome ja vor mehr als 50 Jahren als eine der ersten Institutionen darauf hingewiesen, dass wir unsere Art zu wirtschaften \u00e4ndern m\u00fcssen, wenn wir langfristig auf diesem Planeten leben m\u00f6chten.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Peter Blenke:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bericht des Club of Rome hatte schon damals mit seiner Grundaussage recht: Die Ressourcen unseres Planeten sind endlich. Und wenn wir so weiter wirtschaften wie bisher, gehen wir sehr bald \u00fcber diese planetaren Grenzen hinaus. Wir m\u00fcssen unser Wohlstandsmodell korrigieren, aber nicht durch Verzicht, sondern durch bessere Angebote, durch bessere Technik und weniger Ma\u00dflosigkeit. Zur Not auch mit Gesetzen, die die Wirtschaft, die Industrie und die Gesellschaft dazu verpflichten. Besser w\u00e4re jedoch die Einsicht statt der Pflicht. Aber bis sich unsere Institutionen, unsere Werte und letztlich auch unsere Anreizsysteme wandeln, wird es wohl noch dauern. Gerade vor dem Hintergrund der momentanen Lage, in der viele Menschen Angst vor diesem Winter haben. An vielen Stellen sehe ich jedoch auch positive Entwicklungen: Immer mehr Unternehmen erkennen ihre nachhaltige Verantwortung der Gesellschaft und unserem Planeten gegen\u00fcber und richten ihr Handeln nach ESG-Kriterien aus. Zudem werden die CSRD \u201eCorporate Sustainability Reporting Directive\u201c und das ab 01. Januar 2023 geltende Lieferkettengesetz sicherlich zu einem Umdenken vieler Unternehmen beigetragen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Christian Reisinger:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Stimmt, in Sachen Klima und Nachhaltigkeit werden Unternehmen st\u00e4rker in die Pflicht genommen. Die von Ihnen angesprochene \u201eCorporate Sustainability Reporting Directive\u201c, verpflichtet erstmalig mehr als 50.000 Unternehmen in der EU zu einer regelm\u00e4\u00dfigen Nachhaltigkeitsberichterstattung im Rahmen des Lageberichtes.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Peter Blenke:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja. Durch die neue Richtlinie sind Unternehmen EU-weit verpflichtet, \u00fcber nicht-finanzielle Auswirkungen \u2013 wie zum Beispiel Umwelt- und Klimaschutz oder soziales Engagement \u2013 ihres Handelns zu berichten. Das betrifft in erster Linie die Gr\u00f6\u00dferen, doch auch kleinere, mittelst\u00e4ndische Firmen m\u00fcssen sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Denn die von der CSRD betroffenen Unternehmen werden von ihren Partnern Nachhaltigkeitsinformationen einfordern m\u00fcssen, um die Auflagen erf\u00fcllen zu k\u00f6nnen. Zudem gilt f\u00fcr Betriebe mit mehr als 3.000 Besch\u00e4ftigten das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz. Es soll weltweit menschenrechtliche und umweltbezogene Risiken vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Christian Reisinger:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Haben die neuen Gesetze Auswirkungen auf die Unternehmenspolitik der Wackler Group?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Peter Blenke:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht grundlegend, denn wir haben uns vor \u00fcber 15 Jahren bereits auf unseren Gr\u00fcnen Weg gemacht und vieles von dem, was jetzt gefordert wird, bereits umgesetzt. Klima- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit sind zentrale Bestandteile unserer Unternehmenspolitik. Unsere Entscheidungen orientieren sich an den \u201eSustainable Development Goals (SDGs)\u201c, den 17 Zielen der Vereinten Nationen, welche weltweit der Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung dienen sollen. Seit 2018 sind wir durch den Ausgleich unserer bisher nicht vermeidbaren CO<sub>2<\/sub>-Emissionen klimaneutral. Und bereits vor einem Jahr haben wir auf freiwilliger Basis unseren Nachhaltigkeitsbericht ver\u00f6ffentlicht. F\u00fcr 2023 haben wir uns neue, weitergehende Ziele im Rahmen unserer Nachhaltigkeitspolitik gesteckt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Christian Reisinger:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Was hei\u00dft das f\u00fcr Wackler konkret f\u00fcr das kommende Jahr?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Peter Blenke:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir entwickeln zurzeit eine Net-Zero-Strategie, also eine Strategie zur Erreichung wissenschaftsbasierter Reduktionsziele nach den Vorgaben des Pariser Klimaabkommens 2015. Dadurch verpflichten wir uns, unsere Emissionen in den n\u00e4chsten zehn Jahren um \u00fcber 40 Prozent und bis 2045 auf ann\u00e4hernd Null zu reduzieren. Das stellt uns vor gro\u00dfe Herausforderungen, aber letztlich ist es notwendig, dass jedes Unternehmen seine Verantwortung wahrnimmt, damit wir unsere Klimaziele erreichen. Bis dahin werden wir weiterhin unsere Emissionen durch zertifizierte Klimaschutzprojekte ausgleichen. Wir werden aber noch einen Schritt weiter gehen, denn ab 2023 bieten wir \u00fcber die gesamte Wackler Group unsere Dienstleistungen als \u201eGreen Services\u201c an \u2013 n\u00e4heres zu dem Konzept stellen wir Anfang des Jahres vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Christian Reisinger:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Im Rahmen Ihrer Mitgliedschaft im COR die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz voranzutreiben, ist in der aktuellen Situation eine schwierige Aufgabe. Kann man die Menschen hier momentan \u00fcberhaupt erreichen? Glauben Sie an das Narrativ einer erfolgreichen Transformation hin zu einem ressourcenschonenden und treibhausgasneutralen Deutschland?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Peter Blenke:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fast 90 Prozent der Deutschen glauben heute an den menschengemachten Klimawandel, aber es besteht eine L\u00fccke zwischen dem vorhandenen Wissen \u00fcber das Notwendige und dem Entschluss, dieses auch in die Praxis umzusetzen. Hier besteht ein sogenanntes&nbsp;Knowing-Doing-Gap<em>.&nbsp;<\/em>Aus Wissen und Entschluss wird leider allzu oft kein Handeln. Nat\u00fcrlich glaube ich an das Narrativ einer erfolgreichen Transformation, aber wie hei\u00dft das ber\u00fchmte Goethe-Zitat: \u201eDer Worte sind genug gewechselt, la\u00dft mich auch endlich Taten sehn!\u201c. Wie schon in der Pandemie zeigt sich auch in der aktuellen Lage ein Grundmuster: F\u00fcr die Bek\u00e4mpfung einer akuten Krise ist die Politik bereit, enorme Mittel zur Verf\u00fcgung zu stellen, bei der Finanzierung einer langfristigen Transformation ist man jedoch wesentlich z\u00f6gerlicher. Hier m\u00fcssen wir sicherstellen, dass wir auch nach der Krise die notwendigen Mittel in die Hand nehmen, um eine Transformation hin zu einer regenerativen Energiewirtschaft zu vollziehen. Es bedarf klarer Ansagen vom Staat, staatliche F\u00f6rderungen innovativer Ideen und Unterst\u00fctzung von Betrieben, die mit gutem Beispiel vorangehen wollen. Im Rahmen der Bestrebungen Deutschlands, sich langfristig von ausl\u00e4ndischen Energielieferanten unabh\u00e4ngig zu machen, haben wir jetzt die Chance, die Weichen f\u00fcr einen Umbau unserer Energiewirtschaft in Richtung erneuerbare Energien zu stellen \u2013 die Voraussetzung f\u00fcr eine sp\u00e4tere Klimaneutralit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Christian Reisinger:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Sie begleiten die T\u00e4tigkeit der Deutschen Gesellschaft Club of Rome nun schon seit einigen Jahren. Welche Impulse m\u00f6chten Sie f\u00fcr die zuk\u00fcnftige T\u00e4tigkeit setzen?<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Peter Blenke:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der COR hat viel geleistet. Es ist wichtig, die Wahrnehmbarkeit der Institution und vor allen seiner Ideen und Denkanst\u00f6\u00dfe auch in der Mitte der Gesellschaft zu steigern. Dabei ist jedes Mitglied gefragt, dem Thema seine Stimme zu geben. Gerade mit Blick auf Verst\u00e4ndlichkeit, zum Beispiel bei dem Begriff Wertewandel. Von welchen Werten sprechen wir \u00fcberhaupt? Die wichtigsten sind sicher, dass wir von unserer Ma\u00dflosigkeit einen Schritt zur\u00fccktreten, v.a. was unser Konsumverhalten angeht. Unternehmen sollen Gewinne machen, aber ma\u00dfvoll ad\u00e4quat und nicht zu Lasten des Planeten und der Arbeitnehmer*innen. Auch sollten wir unser Anspruchsdenken zur\u00fcckschrauben. Toleranz und Offenheit f\u00fcr neue Ideen sind jetzt wichtig. Und wir d\u00fcrfen nicht vergessen, welchen Stellenwert unsere Demokratie hat. In einem j\u00fcngst ver\u00f6ffentlichten Report des Club of Rome stand, dass die \u201ekollektive Unf\u00e4higkeit, zwischen Fakten und Fiktion zu unterscheiden\u201c, als \u201ebedeutendste Herausforderung unserer Tage\u201c gesehen werden muss. Mit Social Media k\u00f6nnte eine ganze Industrie der Falsch- und Desinformationen entstehen. Das geht mit Polarisierung und Vertrauensverlust einher und langfristig mit dem Verlust unserer demokratischen Grundwerte. Diese zu erhalten ist elementar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um so wichtiger ist es in meinen Augen, nicht nur Wissen und Meinungen zu verbreiten, sondern vor allem positive Beispiele! Best Practices, die zeigen: es funktioniert! Wir m\u00fcssen es nur (nach)machen, multiplizieren, den Transfer leisten. Es geht jetzt um Wirkung. Denn Wirkung ist eine W\u00e4hrung, die \u00fcber jeden Zweifel erhaben ist, die sich weder kaputt debattieren noch fehlinterpretieren l\u00e4sst. Oder lassen Sie es mich ausnahmsweise auf Englisch sagen: Es geht um IMPACT &#8230; da steckt n\u00e4mlich ACT schon drin. Wir m\u00fcssen jetzt ins TUN kommen. Daf\u00fcr will ich mich ganz pers\u00f6nlich einsetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Dr. Christian Reisinger:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Herr Blenke, vielen Dank f\u00fcr dieses Gespr\u00e4ch.&nbsp;<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Deutsche Gesellschaft Club of Rome (COR) hat j\u00fcngst Peter Blenke zu ihrem neuen Mitglied berufen.&nbsp;Dr. Christian Reisinger, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der ConClimate GmbH, sprach mit dem Vorstand\/CEO \u00fcber seine neue Aufgabe und seine Sicht auf die aktuelle wirtschaftliche Situation und deren Auswirkungen auf die Klimapolitik Deutschlands. 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